Rheinzeitung

RZ Kreis Cochem-Zell - Samstag, 23. Februar 2019

Ei Dunnakäil: Zell hat eigenes Mundartbuch Was hat den Initiator Jürgen Wirtz angetrieben? Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz Zell. Plattschwätzen ist seine heimliche Leidenschaft. Vielleicht, weil es Jürgen Wirtz in seiner Kindheit verwehrt war, Zeller Dialekt zu sprechen. Vielleicht aber auch nur, weil ihm einfach daran liegt, den typischen moselfränkischen Dialekt mit Wörtern, die es nur in Zell gibt, für die Nachwelt zu erhalten.

Auf Initiative von Jürgen Wirtz hat der Zeller Heimat- und Verkehrsverein jüngst ein 140 Seiten starkes Buch „Ei Dunnakäil“ auf den Weg gebracht. Insgesamt 900 Wörter vermitteln dem Leser einen Eindruck, wie man in früherer Zeit in Zell „geschwoad hot“. „Es war mir ein Anliegen, die Besonderheiten des Zeller Platts zu erhalten und zu bewahren“, sagt Wirtz. Seit 15 Jahren sammelt der Zeller Geschäftsmann Begriffe, die man heute nur noch selten auf der Straße hört. Einige davon entstammen dem Französischen beispielsweise dusma (mal langsam), Parbel (Regenschirm), Fisematente (Umstände).

Ausschlaggebend für das Büchlein war eine Begebenheit beim Zeller Frühschoppen im Jahr 2004. Als sich einer der Männer verabschiedete, da er sich „met säiner Fraa noch e béssje of die Zinn setze“ wollt. Auf den fragenden Blick eines jüngeren Teilnehmers hin, erklärten die Alten, dass es sich bei „der Zinn“ um eine Terrasse handele. Im weiteren Gesprächsverlauf zauberte nach und nach jeder der Anwesenden einige Beispiele aus dem Hut. Mit einem vollgeschriebenen Bierdeckel ging Wirtz später nach Hause, setzte sich an seinen Computer und veröffentlichte die Beispiele auf der Internetseite www.bestzeller.de. Von da an wurde die Wörtersammlung durch Beiträge von Lesern ständig bereichert und wuchs immer weiter an. Um das Büchlein, das als drittes Heimatbuch der Zeller erscheint, auch für Nicht-Zeller interessant und vor allem lesbar zu machen, konnte Wirtz mit Rosemarie Kettern und Hubert Clemens zwei Autoren gewinnen, die sich die Mühe machten, die Wörter alphabetisch zu ordnen, zu erklären und sogar eine eigene Phonetik zu entwickeln.

Wer diese Gebrauchsanweisung liest, kann die Wörter auch ohne sie gehört zu haben, problemlos aussprechen, versprechen die Autoren im Vorwort. Von Aabelkrotz bis Zwing´ge nimmt „Ei Dunnakäil“ den Leser mit in die Vergangenheit. Es tauchen Begriffe auf wie Retschradel – eines der Lieblingswörter von Jürgen Wirtz. Und da sich heute kaum noch jemand vorstellen kann, was ein Retschradel überhaupt ist, gibt es dazu ein entsprechendes Foto. Bei „Ei Dunnakäil“ handelt es sich nicht um ein trockenes, langweiliges Wörterbuch, sondern um eine Ansammlung illustrer Begriffe, angereichert mit Anekdoten, sogenannten Stekkelcha, sowie einigen Fotos. Das Buch gibt es für 6 Euro in der Touristinformation im Rathaus, beim „Bleemsche“, in der Hirschapotheke, im Antoniuskeller, im Rhein-Mosel-Verlag und bei Wirtz Gastronomiebedarf. Weitere Ausgabestellen sind unter www. bestzeller.de zu finden. Vorbestellungen an Jürgen Wirtz per E-Mail j.wirtz@wirtz- online.de

Die Terminangaben sind teilweise den öffentlichen Mitteilungen in der Presse und im Internet entnommen und erfolgen ohne Gewähr. Eventuell nicht zutreffende Angaben bitte melden! Danke! j.wirtz@wirtz-online.de

Mitmachen!

Wem was auffällt, was fehlt - Stekkelcher, Wörter, Begriffe in Zeller Platt - oder Fehler: bitte direkt an eine(n) der beiden Redakteur(innen) melden: Männersachen an hcl@onlinehome.de und was die Damen betrifft an GEW-Rosemarie.Kettern@t-online.de. Sonstiges: j.wirtz@wirtz-online.de.

In der 2. Auflage werden solche Ergänzungen und Korrekturen aufgenommen.

Dä Ranze

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