Eifelzeitung

Eifelzeitung, 07. März 2019

Von Aabelkrotz bis Zwing’ge

Nun haben auch die Zeller ein Wörterbuch ihrer Mundart Zell.

Zeller Platt von A bis Z ist das Thema der neuesten Ausgabe (2019) in der Reihe „Zeller Heimathefte“ des Heimat- und Verkehrsvereins Zell Mosel. Das Lexikon ist soeben im Rhein-Mosel-Verlag RMV in Zell erschienen. Auf 140 Seiten enthält es mehr als 900 Stichwörter in Zeller Platt mit Übersetzungen ins Hochdeutsche, dazu zahlreiche Illustrationen.

Vor 15 Jahren hatte der Zeller Kaufmann Jürgen Wirtz damit begonnen, Zeller-Platt Wörter zu sammeln. Anlass dafür war eine gesellige Runde mit Zeller Freunden, die offenbar Schwierigkeiten hatten, diese oder jene Ausdrücke aus dem Zeller Platt zu verstehen: Flubbes, Fumm, Retschradel, Zinn – mancher hatte manches Wort noch nie gehört. Aber jeder kannte selbst noch ein paar alte Ausdrücke. Da kamen schnell einige Dutzend Wörter zusammen. Man hielt sie sogleich auf Bierdeckeln fest. Wirtz stellte tags darauf die Begriffe alphabetisch geordnet auf die Internetseite www.bestzeller.de und ermunterte die Zeller zum Mitsammeln. Die Folge: per Anruf, e-Mail oder Notizzettel wuchs die einmal begonnene Sammlung über die Jahre an.

Das ließ schließlich den Wunsch nach einem Buch aufkommen. Wirtz konnte dafür Anfang letzten Jahres Rosemarie Kettern und Hubert Clemens als Autoren gewinnen und für seine Idee begeistern. Die beiden Ruheständler, gebürtige Zeller, machten sich daran, die bis dahin 400 Stichwörter umfassende Sammlung zu einem Wörterbuch mit mehr als 900 Begriffen auszubauen. Wo immer es möglich war, wurden die einzelnen Ausdrücke durch einen Beispielsatz mit hochdeutscher Übersetzung verdeutlicht, um „Nichtzellern“ das Verstehen zu erleichtern. Etwa zum Stichwort Gemélda – Gerümpel: Dat ganse Gemélda óff da Trähf móhs weg! – Das ganze Gerümpel auf dem Dachboden muss weg!

Kettern und Clemens räumen ein, dass die Auswahl der Stichwörter nicht vollständig sein konnte, zumal viele Wörter aus dem Sprachgebrauch bereits ganz verschwunden sind. Nur noch wenige ältere Zeller hätten sie als zuverlässige Gewährsleute und Ratgeber befragen können. Und als Beispiel für eine der zahlreichen Besonderheiten im Sprachgebrauch erwähnt Rosemarie Kettern: „Wenn ein Zeller sagt: ‚Awäile dóhn äisch mia wat ònn!‘ – ‚Jetzt ›tue‹ ich mir was an‘, dann ist dies kein Grund, den Notruf zu wählen, denn er will damit nur sagen, dass er sich nun etwas anzieht!“ Zeller Platt von A bis Z – 900 Stichwörter mit Übersetzung ins Hochdeutsche. Zeller Heimatheft 2019, Herausgeber: Heimat- und Verkehrsverein Zell/Mosel e.V., 6,- Euro, ISBN 978-3-89801-364-2.

Die Terminangaben sind teilweise den öffentlichen Mitteilungen in der Presse und im Internet entnommen und erfolgen ohne Gewähr. Eventuell nicht zutreffende Angaben bitte melden! Danke! j.wirtz@wirtz-online.de

Mitmachen!

Wem was auffällt, was fehlt - Stekkelcher, Wörter, Begriffe in Zeller Platt - oder Fehler: bitte direkt an eine(n) der beiden Redakteur(innen) melden: Männersachen an hcl@onlinehome.de und was die Damen betrifft an GEW-Rosemarie.Kettern@t-online.de. Sonstiges: j.wirtz@wirtz-online.de.

In der 2. Auflage werden solche Ergänzungen und Korrekturen aufgenommen.

Dä Ranze

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