Das Beste aus Zell an der Moselschleife

Das Beste aus Zell an der Moselschleife

     Die Weinstadt der "Zeller Schwarze Katz"                                                                                                                             +++ Kurzmeldungen +++ ...klick hier!

Zeller Platt von m-r

maadele quälen, necken, "maadel die Katz net esuh!"
maaije Schwätzchen halten in der Nachbarschaft oder Verwandschaft
mahschele etwas lutschen, nicht beißen können, im Mund aufweichen lassen
Mäin "Meine", meine Frau, meine Ehefrau, andernorts sagt man auch "die Meinige"
Mäine "Meiner", mein Mann, mein Ehemann, "der Meinige"
malad krank, leidig, von "malad(e)" (franz.) krank
Mann
Korb
Mannskerl, Mannsleijt Mann, Männer
marju, marjusebäi, Maria-Jusef stieh ma bäi Maria-Josef! Maria-Josef steh mir bei!
Marmittche Marmitte (franz.), Essenträger, auch "Ramittche" , zum Essentransport in die Weinberge
Märwel Murmel, Spielkugel, auch "Kligga", "Märwele spille" = mit Murmeln spielen, die Kinder versuchten, die Murmeln bei einem Abstand von ca. 2 Metern möglichst direkt in das "Märwelekäijlsche" (kleine Vertiefung im Erdreich) zu werfen, wenn dies nicht gelang, mussten die Murmeln mit gekrümmtem Finger so langer weiter "geschubst" werden, bis sie endlich im "Käijlsche" waren
Märwelekäilche kleines Loch im Boden mit ca. 15 cm Durchmesser, in welches die "Märwel" = Murmeln mit gekrümmtem Zeigefinger hineingeputtet wurden
Määsje Fegemesser, kleines Küchenmesser
mätschele, matschele, vamatschele mengen, vermengen
Mellklies Mehlklöße
merrsi danke, von "merci" (franz.)
meschugge verrückt, aus dem Jüdischen
Mestekoul, Mestepuudel Jauchegrube, Mistgrube, "Mestepuudelschäppa" = Jaucheschöpfer
Mestgowwel  Mistgabel
Metzga, Mexda Schlachter, Fleischer, Metzger, "Mexda" (aus jüd.)
mia, mir wir
Miefelche, Miewelche  kleines Stück, kleines Stückchen
mielich, mielichawäis möglich, möglicherweise
Minn, Minne genießbarer Moselfisch, wurde meist gebraten
Moad Markt
Moadeskoar Marktkarre, handgezogene einachsige Karre, auch "Rodelskoar" = Radkarre, die hinten zum Bremsen bei Talfahrt aus dem Weinberg oft mit einem Balken mit angebrachtem "Retschradel", einem Bremseisen, ausgestattet war
Moadboahr Marktbrunnen, der "Zeller Schwarze Katz-Brunnen" auf dem Marktplatz am Rathaus, früher mit einer Obelisk ähnlichen Säule versehen, heute ziert ihn die fauchende "Zeller Schwarze Katz" mit ihrem gekrümmten Buckel
Moadbreck Marktbrücke, der Marktplatz in Zell wird vom "Zeller Bach" unterflutet, er stellt praktisch eine Brücke dar: die Marktbrücke
Moadmäscher Angeber, Hochstapler, wörtl.: "Markt Macher"
Moadschreia Marktschreier
moggelisch, muggelisch dick, dickfellig, knuffig, pummelig
Moggesje, Muggesje kleiner dicker Fisch, der sich in der Mosel zwischen den Steinen auf dem Grund aufhält
Molles Dickkopf, sturer Mensch
Moondche Mond, Mondchen, Verniedlichung für Mond, zum Kindergedicht "Dat kapotte Mondche"
Mossdatt Senf, von "moutarde" (franz.)
Moldaiewel, Moldahiewel Maulwurf
Moldaiewelkubbe Maulwurfshügel
moulaffefäilhalle  gaffen, zugucken, von "Maulaffen feil halten"
moulmohs (Wäin) mundvoll, entspr. dem Maß eines vollen Mundes, passend, satt schmeckender Wein
mouschele mauscheln, schwindeln, dä Mouschela - der Schwindler
mousisch heimlich, still, leise , mäuschenstill
Mousuhr Feldsalat, von "Mausohr" wegen der Blattform, wurde früher zu Beginn des Winters gerne in den Weinbergen gesucht und abgeerntet
müffeln, müffele riechen, stinken
Muff Händewärmer für Frauen, gepolstertes Stoff- oder Pelzrohr, welches mit einem Bändel um den Hals vor dem Bauch zum warm halten der Hände getragen wurde
Muffel, Muffelsche kleines Stückchen z. B. Kuchen, welches gerade so in den Mund passt
Muffkopp sturer, introvertierter, ungeselliger Mensch
Mufflänner  Muffländer, Saarländer 
Muffland, das  Saarland
Murkes schlecht gelaunter Mensch, Dickkopf
Murks schlechte Arbeit
mutschele kuscheln
Muusel die Mosel, unser Fluss, der sich an Zell vorbei in einer langen Schleife, der Zeller Moselschleife, vorbeischlängelt, Quelle: Vogesen, Frankreich, Mündung: Koblenz, Rhein
Naache
Kahn, "dou kanns ma de Naache deije", du kannst mir den Kahn drücken, d. h., du kannst mich in Ruhe lassen
näijpse jemanden ärgern, necken
näijst nichts, "iewahaupt näijst" = überhaupt nichts, gar nichts
Näijstnotz Taugenichts, Nichtsnutz, Tagedieb
närjens nirgendwo, nirgends
net woahr? nicht wahr?
nimmi, nimmimi nicht mehr, niemals, niemals mehr
Nohba Nachbar, Nohbaschaft = Nachbarschaft
Nohlaifjes spille Nachlaufen spielen
Noochtsboahr, Noochtsdeppsche Nachttopf
nou jetzt
Noutze Fettgebäck, i. d. R. zur Karnevalszeit
Noupse, Noube Angewohnheiten, meist schlechte Angewohnheiten
Nowe, Noof Nabe, Radnabe (Innenteil eines Wagenrades)
Nuggesje Stückchen, Stückelchen, von nugget (engl.), auch ein kleiner weißer Wurm aus dem Misthaufen als Angelköder, ferner: unsauberer, ungewaschener Mensch
Nunn Radsperre bei der Weinbergskarre, auch für "Nonne"
nuschele näseln, nuscheln, durch die Nase reden, "Nuschelpidda" = Nuschelpeter
Offhäwens Aufstand, Eklat, Wichtigkeit, Übertreibung, "dä micht en Öffhäwens dovunn" = er macht eine Wichtigkeit daraus, er übertreibt
Onfänges, Ohfänges Anzündholz, von "anfangen"
onfeedere anfüttern, vor dem Angeln in der Mosel werden die Fische mit Körnern o. ä. gefüttert und somit zum Angelplatz angelockt
ormeslang so lang wie ein Arm
Orjel
Orgel, Foto: die Orgel von St. Peter in Zell
Oosch, Orsch der Hintern, das Hinterteil, "am Osch" bedeutet so viel wie "am Ende", "am Osch der Welt" - am Ende der Welt, weit abseits
Oschbäbes Schimpfwort, Herkunft: von einem bestimmten Körperteil, auch für Blödmann, Dummkopf, hinter dem Zeller Rathaus wurde im Rahmen der Bauverpflichtung anlässlich der Rathausneugestaltung eine drehbare Bronzefigur geschaffen, die den Weingott Bacchus zeigt und von den Zellern "Oschbäbes" getauft wurde, weil er sein blankes Hinterteil zeigt
Ooschstiewel lange Stiefel, die bis zum Gesäß reichen, bei Hochwasser erforderlich
Ooschstiewelbox wie Ooschschtiewel, jedoch als Hose ausgebildet. mit bis zur Brust hochziehbarem Wasserschutz und Hosenträgern
ouskimmlisch, ouskimmlisch genoch genug, genügend, von "auskömmlich"
Pädda  Patenonkel, er hat seinem Patenkind in der Regel eine Armbanduhr, die "Kommunionsuhr" geschenkt
Palaawa Aufsehen, Aktion, mach´nit suh´n Palaawa! = mach´nicht so ein Aufsehen!
Pannestillsche Kleinstkind (Pfannenstiel)
Pannz Bauch, auch für "kleiner Junge", die Pännz = die Kinder
Pabbedeggel, Pappedeckel Pappdeckel, Pappe, Karton
Parpel Schirm, Regenschirm, aus dem Französischen von "parapluie"
Peedsche Pfad, Pfädchen, Weinbergsweg als Fußweg, von pedes (lat.)
Perrsch Gestell, Stall, Käfig, Kiste, Krumbereperrsch = Kartoffelkiste
Perwel Perle, einzelne Traubenperle
Petschgeis Zecke, wörtl. Pitschziege = Kneifziege
Petz Pfütze, Lache, Wasserlache
Peyn Schmerzen, von "Pein"
Piddasillisch Petersilie
Piedche kleines Töpfchen, kleiner Pott
piedele herumstochern, "en da Noos erimm piedele" = in der Nase herumstochern
piesagge quälen, Herkunft wahrscheinlich vom Namen der Knochenflickerfamile Pies
pingelisch kleinlich, genau
Pinn Stift, Schuhnagel
Pinn spille mit dem Pinn spielen, Kinder- und Jugendlichenspiel mit einem Schlagstock und einem zwiseeitig angespitzten Holz, dem Pinn, der mit dem Stock geschlagen wurde und dann über möglicht große Entfernung fliegen musste
Pinnedipper Schuster
Pinneshoh
hohe Nagelschuhe für den Weinberg, mit "Pinne" an der Sohle beschlagen, damit man im Weinberg besseren Halt hat
Pirade Piraten, Kaimter Piraten, Spitzname für die Bewohner des Stadtteils Kaimt, welches gegenüber der Altstadt am Fuß des Barl liegt, den Kaimtern sagen die Zeller gerne wildes Gebahren zu, wozu die Kaimter allerdings auch durch die Verkörperung ihres Horgas stehen
pispere, pisperisch flüstern, leise sprechend
Pissamann
Symbolfigur aus dem Stadtteil Merl, von pissen, pinkeln, urinieren
Pissboahr Nachttopf
pisse  pinkeln, pissen, urinieren - "Kindche pisse loose" = Kind pissen lassen - ein Neugeborenes feiern, einen darauf trinken
pitsche kneifen
Pitschgeiß Zecke
Pläät, Pläädes Glatze, "Pläätekopp", Glatzenkopf
plagge schwer arbeiten, "schwea Plaggeräij" = schwere Arbeit, auch für hinfallen, "äh is hingeplaggt", er ist hingefallen
plem plem dumm, nicht richtig im Kopf
Ploosda Gerümpel
Plümmo Federbett, von plumeau (franz.)
Plunder Gerümpel, abfällig für Zeug, "dä ganze Plunder" = alles zusammen
Poat, Poart Pforte, in Zell ehem. südl. Stadttor Richtung Trier am westlichen Eingang zur Balduinstraße, dem Tor zur Altstadt
Pomp Pumpe, im Zeller Platt auch für "Herz", die Pomp, äisch honn et on der Pomp, ich habe es am Herz
Pont Fähre, von "ponte" (lat.)
Portmonnee Geldbörse, Portemonnaie (franz.)
posse pfropfen, Pflanzen veredeln
Pränk kleine Bütt, welche beim Anstechen des Fasses den überlaufenden Wein aufnimmt, auch "Prenkbittche"
Pretschesbox Hose, unten eng, um die Hose in die Stiefel stecken zu können oder um Gamaschen anziehen zu können, ähnl. Reiterhosen
Puhdel, Puhl Pfütze, Jauche
puhdelnaas, plätschpudelnaas durch und durch nass (vom Regen)
pullije schnell essen
Quadratlaatsche große Füße, wörtl.: quadratische Füße
Quant Junge, Bübchen, "en klahne Quant" = ein kleiner Junge
quassele reden, viel reden, schwätzen
Quasselstripp redseeliger Mensch, einer der viel redet
Quetsch, Quetsche Zwetschgen, "Quetscheschmeer", Zwetschgenmarmelade, "Quetscheschnaps", Zwetschgenschnaps
Quetschbäidel Ziehharmonika, von "Quetschbeutel"
Quigat Geizhals, Geizkragen
Radau Krach, Lärm
Raddadellsche Siegermedaille beim Rudern
räppse rülpsen
raggere rackern, schuften, schwer arbeiten, abgeraggert = abgeschuftet, müde
Raitz Kiepe, Hotte, Rückentrage
Ramittche Marmitte (franz.), Essenträger, auch "Marmittche"
Rämmbes Bauch, i. d R. dicker Bauch, "dä hott sich dä Rämmbes voll gefrähs", der hat sich den Bauch voll gefuttert
rännsele herumlaufen, flanieren, nichts tun
Ranze
Schultasche zum Tragen auf dem Rücken, auch für dicken Bauch, auch "Schularanze"
Ratzefummel Radiergummi, es gab den weichen hellen Bläi-Ratzefummel und den härteren meist blauen Tent-Ratzefummel, den Radierer für Bleistift und den für Tinte
redereere zurück gehen, zurück ziehen, von retirer (franz.)
Reitz geflochtene Kiepe zum Tragen auf dem Rücken
Remmel, Rimmel Regenwasser abweisender Sand- und Steinhügel im Weinberg, auch Hang, Abhang, Hügel
Retschradel
Bremseisen, an schwer beladene handgezogene Karren, die "Rodelskoar", wurde hinten ein Balken angebracht, der den Boden berührte, zum Bremsen bei Talfahrt aus dem Weinberg wurde die Karre an den Holmen mehr oder weniger leicht oder kräftig nach oben gezogen, so dass der Balken durch die dann festere Bodenberührung als Bremse funktionierte, notfalls standen einige Leute hinten auf
dem Balken, um den Druck zu erhöhen, damit sich der Balken nicht zu schnell abnutzte, wurde am Ende mittels Befestigung über einen Bolzen oder kräftigen Nagel ein "Retschradel", ein Rutschrad angebracht, dieses Rutschrad wurde oft aus einem alten abgenutzten Hufeisen hergestellt, Kinderlied: "En Rrrrrretschradel ("R" lange gerollt) homma all an uhsa Rodelskoar (oder an der "Moadeskoar") = Ein Rutschrad haben wir alle an unserer Radkarre (Marktkarre)
Zum Retschradellied: ...klick hier!
Richthaller Messlatte , Richt haale = die Richtung halten, gerade halten
Riehgeritzelde Bratkartoffeln aus rohen Kartoffel, Rohgeriebene
Riesda, Riesdasche Schuhflicken, kleiner Schuhflicken
rietze warmhalten, "Wo kimmst dou Soupannz aweile her geflohre? Eich mos hei Stunnel ang dat Ähse rietze." - Wo kommst du Saukerl jetzt her (geflogen)? Ich muss hier stundenlang das Essen warmhalten!"
Riewelcha Hautabrieb
Riewisch Straßenabschnitt zwischen Corray und Merl
Riewischmännche
kleiner Geist, der in Riewisch lebte, wird heute von einem Zeller Bürger im Rahmen von interessanten Stadtführungen nachgespielt
rigohle umgraben (im Weinberg)
Rintrohbrettche  Tablett, von "Rein-trage-Brettchen"
rodaschellisch wackelig, auch verbraucht
Rodelskoar handgezogene einachsige Karre, auch "Moadeskoar" = Marktkarre, die hinten zum Bremsen bei Talfahrt aus dem Weinberg oft mit einem Balken mit angebrachtem "Retschradel", einem Rutschrad/Bremseisen, ausgestattet war
rosdisch Hoar rote Haare, rostfarbene Haare
Rott, Rottnelles Eisenbahnarbeiter, die Kinder sangen den Moseltalbahnarbeitern zu, um sie zu ärgern: "Die Rott, die Rott, die schafft sich noch kabott", auch für Forstarbeiter, es soll auch den Ausdruck "Knolleköpp" gegeben haben
Rotz das, was aus der Nase tropft
Rotzbäsch kleiner Fisch mit Stacheln auf dem Rücken, die Kinder haben sich einen Spaß daraus gemacht, hier einen Korken aufzustecken, so dass der Fisch nicht mehr untertauchen konnte, auch "Sellbäsch"
Rotzjung frescher Junge
Rotzläffel frescher Junge, Dreikäsehoc
Rotznoos wörtl.: triefende Nase, auch Schimpfwort für freschen Jungen, fresches Kind
Rotznoosewääda unfreundliches schmuddeliges Wetter mit Nieselregen, "do lääst ma kaane Hund fia die Dia" = da läßt man keinen Hund vor die Türe
roulisch wild, schroff, ungemütlich
roulisch Wähda schlechtes, ungemütliches Wetter
Rouschdabäidel, Rouschdebäidel wilder umtriebiger Junge
Rummel Rübe, auch verächtlich für "Kopf"
Ruudau Rotauge, genießbarer Moselfisch, wird meist in der Pfanne gebraten
Ruusekranz Korkenzieher, von "Rosenkranz"