Das Beste aus Zell an der Moselschleife mit den Veranstaltungsterminen 2017 und 2018

Zeller Platt von h-l

Häb Schlagmesser
Häbestädter die Zeller, werden so von den Nachbargemeinden spöttisch genannt, weil viele von ihnen früher mit der Häb die Lohe schlagen gingen
hähh? (kurz und scharf gesprochen) wie bitte?
Hainzelmännche kleine Hausmacher Wurstringe von Blut- und Leberwurst
Haisprengat, Heischreck, Huhhepper Heuschrecke, Grashüpfer
hall dich!  halte dich! mach es gut!
halwawähs halbwegs, ungefähr
Hamm, Zeller Hamm Moselschleife bei Zell, von "Hamm" (germ.) = Schinken, der "Zeller Hamm" hat die Form eines Schinkens
Hämmschoh Wagen-, Radbremse, Bremsklotz, wird talseits unter dem Rad angebracht, um Wegrollen zu vermeiden
Hawwel, en Hawwel Haufen, ein Haufen, eine Hand voll
Häwwe, Häwweschnaps Hefeschnaps, aus dem Hefebodensatz bei der Weinherstellung gebrannter Schnaps, etwas für Liebhaber, nicht mit "Trester" (siehe unten) zu verwechseln, gewöhnungsbedürftiger Geschmack
Häwweläppche  Hefelappen, ein Küchentuch o. ä., von dem ein Zipfel in Hefeschnaps getränkt wurde, welches man kleinen Kindern angeblich wie einen Schnuller zum "nuckeln" gab, damit sie ruhig einschlafen konnten
Hannesflippcher  kleine Äpfel, Holzäpfel
Hebamme   
  "Hebamme", ein aus drei mit am Ende zu Haken gebogenen Drähten bestehendes Handwerkzeug mit Holzgriff zum Entfernen eines in der Flasche verschwundenen Weinkorkens, auch für widerspenstiger oder störrischer Mensch, weil der Kork beim Herausfischen ebenso widerspenstig ist. Die Hebamme wird in der Zeller Mundart wegen seiner Drahtkonstruktion auch "Dreijdroht" genannt. 
hebbe springen, hüpfen, "huhhebbe" = hochhüpfen
Hebbelhäisje Hüpfspiel
hegge heben, hochheben
heh hallo
Henkelmann Essenträger
hennaweats, hennafotzisch hinterhältig
hennischdofeedisch von hinten nach vorne; verkehrt herum
hermedisch überdrüssig
herum erimm
Herrgottsengel, Herrgottsdeersche Marienkäfer
Hillisch Polterabend, vor der Hochzeit wird vor dem Haus des Brautpaares, meist bei der Braut, gepoltert, in Zell auch "schläiwe" = schleifen, genannt
Himm Hemd
Hixel Seitenwanderhöhung beim Erntewagen
Honnnekawwie Hahnenkaffee, Kaffeeklatsch der Winzerinnen nach Abschluss des Rebenbindens im Weinberg
Hornochs "Hornochs" im Sinne von "du Hornochse", Schimpfwort für jemanden, der mit roher Kraft nichts oder das Falsche erreicht
Hossbes Depp, ein doller Mensch, auch Ehemann
Hott Rückentrage der Winzer
Hotzelheck hintere Straße, die bergseits parallel zur Schloßstraße verläuft
haudere, Houderer schlecht, unordentlich, arbeiten, rackern, einer, der schlecht arbeitet 
Houderkätt Zappelphillip
Hubbe Höhe, Bergkuppe, Haufen
huddele, huhdele oberflächlich arbeiten, "nur net huddele!" = nur nicht unordentlich arbeiten!
huddisch schnell, flott, hurtig
Huhbaner Hochbeiner, Tier mit hohen Beinen, Heuschrecke
Huhpisser Hochstapler, Angeber
Huhwaasa, Huhmuusel
Hochwasser, hohe Mosel, Sprüche: "dat Looda well imma widda ous em Bett" = das Luder will immer wieder aus dem Bett heraus, "gugge kumme dorf se, awa net esu fiawitzisch säin" = gucken darf sie, aber nicht zu vorwitzig sein"
Huhwaasawääda Hochwasserwetter, Sturm und Regen im Herbst und im Winter, was in der Regel Moselhochwasser mit sich bringt
Hunnsbuggel Hunsrück
hutsche sitzen, hocken, "hutsch dich!" = setz dich!
I-Dötzche Schulanfänger
iewa über, verdorben
imstrebbe, imzehje umziehen, Kleider wechseln
Inkbitt flache Holzbütt
japse nach Luft schnappen, kurzatmig sein
joohmere (offenes "o") jammern, sich beklagen
juggele langsam fahren
Juppe Jacke, Weste
Kaamt Zeller Ortsteil auf der linken Moselseite, keltischer Ursprung, (Zell wurde von den Römern gegründet), vollkommen eigener Dialekt mit ganz anderer Aussprache als das Zeller Platt, siehe: www.storkie.de mit Vertonung
Kaawe
Rebstockwurzeln
Kaduun, Kawumm Schwung, Kraft
kagge Stuhlgang haben
kahle Mettwoch Buß- und Bettag, an diesem ehemaligen evangelischen Feiertag wurde gerne der "Neue" in den Kellern direkt vom Fass probiert
Kamelle Bonbons
kamelle, zoh etwas zu sagen haben, "dä hott näist zoh kamelle" = er hat nichts zu sagen
Kapp Mütze, Kappe, "näwa dea Kapp laufe", neben der Mütze laufen, nicht richtig im Kopf sein
Kapée, schwer von Kappée sein schwer begreifen
Kappes Weißkohl, "ruude Kappes" ist Rotkohl, auch für Unsinn, Blödsinn, "dä reed Kappes", der redet Unsinn
karo ähnfach ganz einfach
Katzoff Fleischer, Schlachter, Metzger, aus dem Jüdischen
Kawennsmann schweres Teil, schwerer Brocken, schwerer Stein
kawubbdisch mit Elan, mit "Schmagges", mit Schwung, heftig
Kawwieblech
Kaffeeflasche aus Metall, i.d.R. Aluminium, früher auch Emaille, auch stoffummantelt, Vorläufer der Thermoskanne
Kawwiedaalche kleines Gebäckstück, "Teilchen"
Kawwievisit Kaffekränzchen, von "visite" (franz.) = besuchen
Keeje Kirschen
Keelestohd frühere Bezeichnung für den "Lindenplatz", von "Kegelbahn", Moselstraße in Zell zwischen kath. Kirche und Haus von Lothar Bremm, früher Hotel Amlinger, später Kessler
Kehr Weg, der im Anstieg auf den Berg durch die Weinberge oder durch ein - steileres -Bachtal führt, "Zeller Kehr", "Corrayer Kehr"
Keldalous "Kelterlaus", Beule am Kopf, wenn man gegen den Schwengel (Pumphebel) am Kelter gestoßen ist
Kennaschees Kinderwagen
kermse husten mit Schleimauswurf
kess mech zo Bullay wörtlich "küss mich in Bullay!" "Du kannst mich mal!" im Nachbarort Bullay konnte seinerzeit einem Bösewicht aus Zell nichts geschehen, da dort eine andere Gerichtsbarkeit galt
Kieschtsche, Keeschtsche Endstück vom Brot, auch "Knoartze"
Kinkalitzja Kleinigkeiten
klaue stehlen
Klääfosch Klebarsch, jemand der (aus der Wirtschaft) einfach nicht nach Hause gehen kann
Kläpp Schläge, "dä kreet Klepp", der kriegt Schläge, er wird verhauen
Klebba der Mund, das Maul, "hall mohl die Kebba!" - halt mal den Mund!
Klempsche, Klempscha Bonbon (s), von "Klumpen"
klenne nach der Weinlese Resttrauben abernten, wurde früher von Nichtweinbergsbesitzern, oft von Kindern, legitim als Nebenerwerb im fremden Weinberg nach der Lese betrieben, die Trauben wurden dann z. B. "beim Korn im Wendebäidel" nach Gewicht verkauft
Kletsch kleiner Moselfisch, als Köder beim Angeln benutzt, zum Verzehr zu klein
Kligga Murmel, Spielkugel, auch "Märwel", "Kligga spille" = mit Murmeln spielen, die Kinder versuchten die Murmeln bei einem Abstand von ca. 2 Metern möglichst direkt in das "Märwelekäijlsche" (kleine Vertiefung im Erdreich) zu werfen, wenn dies nicht gelang, mussten die Murmeln mit gekrümmtem Finger so lange weiter "geschubst" werden, bis sie endlich im "Käijlsche" waren, im Stadtteil Merl: "Miffere"
Klimbakasde Klavier, Klimperkasten
klott empfindlich
Klousena Päifje Klausener Pfeifchen, eine kleine Pfeife aus Zucker, mit der man richtig pfeifen konnte und die - wenn man genug gepfiffen hatte - gelutscht und aufgegessen wurde, eine süße Kindheitserinnerung! Die Pfeifchen hatte die Klausener Wallfahrtspilger den Kindern mitgebracht.
Klousda
Schloss, Bügelschloss
klucksisch Hohn brütendes Huhn, auch mit "g"
Klüngel Zusammenhalt, ähnl. Kölsche Klüngel auch Club, Clique, sich was zuschieben
Kluhster Krankenhaus von Zell, von "Kloster"
knaatsche jammern, "Knaatschkopp" = Jammerlappen
knaidele nörgeln, meckern
Knaideler, Knaideloosch Nörgler, Meckerer
Knäipche kleines Messer
knättsche beim Essen unapetittliche Geräusche erzeugen
Knallkopp  widerspenstiger Mensch
Knelles Hinterkopf
Knepp Knoten
Knoartze Reststück, Endstück vom Brot, auch "Kieschtsche" oder "Keeschtsche"
knoddere meckern, nörgeln
knouserisch, knuschdisch, knuschdarisch, koarisch geizig, "koarischa Hund", geiziger Mensch
Knubbe Beule, auch für einen kurzgewachsenen kräftigen Menschen
Knuusel unsaubere, unordentliche Frau
Koar, Schubkoar, Stuuhskoar Karre, Schubkarre, Stoßkarre
Kokolf Amsel
Kollekaste Kohlenkasten, stand neben dem Ofen mit der Tagesration Kohlen zum Nächfüllen des Kohleofens im Wohnzimmer oder Kohleherdes in der Küche, Redewendung: "Wo fohre ma hin? Mit der Hand in de Kollekaste!" , bedeut: "wir fahren nirgend wo hin"
Koorscht Hacke
koscher  sauber, aus dem Jüdischen, dä is net ganz koscher = der ist nicht ganz sauber (irr im Kopf) 
Kosda Kirchendiener, Küster, Kosdajäp = Spitzname für einen Küster namens Jakob
Koul, Käijlche Vertiefung, kleine Vertiefung, Grube, Kuhle
kraische weinen, heulen
krakehle, kragiele laut und unflätig schimpfen
Krebbeschesser Spitzname für die Bewohner der Vorstadt Corray (zwischen Altstadt und Merl), am Moselufer gab es aus Zeiten vor der Moselkanalisierung zahlreiche Krippen, lange vom Land aus Richtung Moselmitte führende künstlich aus Steinen gefertigte Landzungen, die Corrayer, sagt man, wenn man sie ärgern wollten, haben dort ihre Notdurft verrichtet, eigentlich eine saubere Angelegenheit mit natürlicher Wasserspülung
Krembel Sachen, Angelegenheiten, "dä ganze Krembel gieht ma off die Rummel" = die ganze Angelegenheit steigt mir zu Kopf
Kressdaach Weihnachten, von "Christtag"
Kriedele, kriedelisch Unbehagen, "äich krehn die Kriedele" = mir wird es unbehaglich, ich kriege die Krise, unbehaglich
Kriewe, Kriewele
Speckstückcken in ausgelassenem Schweinschmalz ("Krieweschmalz")
Krobbatt kleiner Kerl, "en klaane Krobbatt", von "Krüppel"
Krohm Kram, Sachen
Krollesja Locken, dichte Locken
Krolleskopp Lockenkopf
Krombereschnittscha Kartoffelschnitten, Kartoffelpuffer, Reibekuche
Kromberperrsch Kartoffelkiste
Kromberstambes Kartoffelpürree
Krombier, Krombere
Kartoffel, Kartoffeln
Kronne Wasserhahn
Krott  kleines Kind, kleines Wesen, "Marjuh, wat fia en klaan Krott!" - "Maria, Josef, was für ein kleines Kind!" 
Kroud robbe jäten, Kraut ausrupfen
Krouder, Kroudela Krämer, Kleinkrämer, engstirniger Mensch
Krummes Krummmesser, krummes Winzermesser
kruuschdele unkoordiniert arbeiten, "herummengen"
Krutsch Frosch, von "Kröte"
Kubbe Haufen, Hügel, "Moldaiewelkubbe" = Maulwurfshügel, "Säischoamesekubbe" = Ameisenhügel
küss mech zo Bullay wörtlich "küss mich in Bullay!" "Du kannst mich mal!" im Nachbarort Bullay konnte seinerzeit einem Bösewicht aus Zell nichts geschehen, da dort eine andere Gerichtsbarkeit galt
Kumma, Kimmasche Gurke, Gürkchen
Kummiunsbloom Kommunionsblume, Hortensie als Topfpflanze, früher übliches Kommunionsgeschenk, die Mädchen freuten sich noch darüber, aber die Jungen!?
Kummiunsuhr Kommunionsuhr, sie wurde in der Regel von den Paten dem Kommunionskind geschenkt, in der frühen Nachkriegszeit war es oft eine KIENZLE für 16 Mark, "die sechszehner Uhr", es gab sie mit schwarzem und mit weißem (vornehmer) Ziffernblatt
kunnisch kundig, weise
Kuseng Vetter, von "Cousin", (franz.)
Kusien Nichte
Kuuscht, Kieschtsche Rinde vom Brot, meist das Endstück
Laaf Laube, hier: Platz am "Schwarze Katz Brunnnen", (unna da Laaf" = unter der Laube am "Schwarze Katz Brunnen"
Läbbdaach, ze zu Lebzeiten, "all ze Läbbdaach net", zu Lebzeiten nicht, niemals
Labbes Taugenichts
Laie
Dachschiefer
Laiekoul Schiefergrube
Läiskoul Stelle zwischen Hals und Hinterkopf, von "Läusegrube", die Grube, das Grübchen, wo sich am Hinterkopf die Läuse sammeln, was früher nicht unbedingt eine Seltenheit war, "eich hauen dir off die Läiskoul", ich schlage dir auf den Hinterkopf
Lamberie Fußleisten (aus franz.)
Lamäng, ous der Lamäng von "la main" - die Hand (franz.) aus der Lamäng - frei von der aus der Hand
lange ausreichen, genügen, "dat langt aweile", das reicht jetzt, auch für anreichen ("onlange"), auch für Hiebe verteilen, "dou krehs ahn gelangt", du kriegst einen Schlag auf die Wange
langs vorbei, "loohs mich mohl langs!", lass mich mal vorbei!
längs neben, "längs von der Strooß", neben der Straße
Laatsche Pantoffeln, auch für Füße
Läwwawuuscht Leberwurst
Lebsdaach wörtlich: Lebenstag, "all de Lebsdaachs net" alle Lebenstage nicht, bis zum Ende meines Lebens nicht
leedisch leer, nichts (mehr) drin
lefte, huhlefte heben, hochheben
leck mich am Osch leck mich am A... - hat in Zell nicht die negative Bedeutung wie andernorts, z. B. "leck mich am Osch, wie schien!" - "leck mich am A..., wie schön!" ist Ausdruck höchster Begeisterung
letsche Steine werfen, Steine ins Wasser werfen
Lienabank
ehem. Ruhebank - inzwischen als Rekonstruktion wieder neu aufgestellt - unter einem Bogen der damaligen Moseltalbahnviadukte, "unna Binningisch", unterhalb vom Haus Binninger, Nähe Rathaus, hier saßen die alten Männer und erzählten sich was und logen dabei auch, daher "Lienabank", Lügnerbank, bei Dunkelheit war die Lienabank auch beliebter Treffpunkt von jung Verliebten, das Lienabanklied
lo da, dort, "lo leijt e", da liegt er
Lombe Lumpen, i. d. R. für unehrliche Menschen, Gauner
Lombekräma, Lombesäckel Lumpenkrämer, Lumpensack, Lumpenhändler, unehrlicher Mensch, Gauner
Lookus Toilette, Klo, von "lokus", der Ort (lat.)
louder allerhand, viel, viele
Lousert, Lousjung vorlauter, frescher Junge
loustere hören, zuhören, als angehender Vater samt Familie auf die Geburt eines Kindes warten
Lubba Schnuller "Holl demm Kend emohl die Lubba ous demm Moul!" - Nimm dem Kind mal den Schnuller aus dem Mund!
Luh Lohe, Gerblohe von der Eichenrinde, wurde mit der Häb geschlagen
Luhbrand geschälte Eichenrinde, welche als Brennholz gebraucht wurde
Lumbatius Gauner, von "Lump", ein solcher als "Heiliger" hochstilisiert